Einziger Passagier: Kamera
Folgender Artikel erschien am 25.05.2008 in der Siegener Zeitung und stellt die Dragonfly GbR und Ihr Vorhaben in wenigen Worten vor.
Gosenbach - Bilder aus der Vogelperspektive leicht gemacht: mit kleinen Hubschraubern und Luftschiffen
DetailansichtDie Firma »Dragonfly« baut und vermarktet die Fluggeräte und fotografiert aus ihnen heraus.
juli-»Fliegen und Technik und Medizin - das war schon immer meins«, sagt Martin Frettlöh. Er hat sich für alle drei entschieden: Als er seine berufliche Weiche stellen musste, konzentrierte er sich zwar zunächst auf die Medizin. Aber seit Mai 2007 setzt der 33-jährige Tierarzt aus Gosenbach auf ein weiteres Pferd - und gründete mit zwei Bekannten die Firma »Dragonfly«.
Dragonfly steht im Englischen für Libelle. Wie die feinen Flugtiere sehen die kleinen Drohnen aus, die Frettlöh und seine Kompagnons entwickeln, steuern und vermarkten. Auch Miniatur-Zeppeline gehören zum Geschäftsfeld von »Dragonfly«. Sie und die winzigen Hubschrauber sind mit Digitalkameras ausgestattet: Die Piloten und Fotografen bleiben am Boden und belichten per Fernsteuerung, was die Fluggeräte vor die Linse bekommen.
Die Luftbilder können aus den ferngesteuerten Flugobjekten kostengünstiger, zeitsparender und einfacher gemacht werden als aus großen Flugzeugen mit Besatzung, erklärt Frettlöh. Die Drohnen und Zeppeline könnten flexibel eingesetzt werden, müssten nicht von einem Flugplatz aus starten, sondern könnten überall abheben und landen. Wer bei Frettlöh und seinen Kompagnons Fotos in Auftrag gibt, kann die Ansichten des Suchers am Bildschirm mitverfolgen und entscheiden, wann der Auslöser betätigt wird.
Der begeisterte Modellbauer Frettlöh und sein Geschäftspartner Hendrik Lennarz haben in den vergangenen Monaten lange getüftelt und geschraubt, Modelle modifiziert und umgebaut, um die fliegenden Prototypen funktionsfähig zu machen. 200 Arbeitsstunden kostet laut Frettlöh die Arbeit an einem Luftschiff. Die Hubschrauber sind klein und wendig, haben einen Durchmesser von nur einem Meter. Aus ihnen heraus könnten Gebäude von allen Seiten fotografiert werden, sagt Frettlöh. Er beschreibt auch die Vorteile der 2,5 bis 10 Meter langen Zeppeline: Sie flögen ruhiger als die Drohnen, könnten länger in der Luft bleiben und eine schwerere Kameraausrüstung tragen.
Die Ergebnisse von »Dragonfly« seien unter anderem im Internet auf »Google Earth« und der firmeneigenen Seite »www.stadtmodell-siegen« zu sehen. Hendrik Lennarz habe Ansichten der Nikolaikirche, des Apollo-Theaters und der City-Galerie in beide Internetmodelle eingearbeitet, sodass der Internetnutzer virtuell um die Gebäude herumfliegen könne. Das virtuelle Stadtmodell von Siegen hat Professorin Monika Jarosch von der Universität Siegen entwickelt (die SZ berichtete), die bei »Dragonfly« eingestiegen ist. In das Modell soll langfristig möglichst viel von der Stadt Siegen möglichst realitätsgetreu eingepflegt werden.
»Dragonfly« fliegt auch Zeppeline zu Werbezwecken bei Veranstaltungen, etwa ein Milka-Luftschiff bei der Vierschanzentournee im vergangenen Winter, so Frettlöh. Und für die Naturschutzstation Haus Wildenrath bei Dormagen würden sie in diesen Tagen aus der Vogelperspektive filmen, um den seltenen Feldhamster ausfindig zu machen. Zudem verkauft »Dragonfly« seine Flugobjekte (siehe Kasten).
»Ich kann leider nicht alles auf einmal machen«, bedauert der Gosenbacher, dass ein Tag nur 24 Stunden hat. Schließlich betreibt der Tierarzt »Dragonfly« nebenbei.
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